Beispiel und Muster

Lüftungskonzept Beispiel und Muster, Aufbau und Inhalt

Wie sieht ein prüffähiges Lüftungskonzept aus. Welche Inhalte gehören rein und in welcher Reihenfolge. Diese Themenseite zeigt eine Mustergliederung in zehn Kapiteln, ein Beispiel Deckblatt, einen Bauteilkatalog und Auszüge aus einem normgerechten Konzept im Volltext.

Mustergliederung in zehn Kapiteln

Die Gliederung folgt dem Aufbau, den Sachverständige und Förderstellen erwarten. Jedes Kapitel hat eine klare Aufgabe. Bezug zu DIN 1946-6, BAFA Förderung und Software wird hergestellt. Glossar Feuchteschutz und Volumenstrom.

Kapitel 1 Deckblatt

Objekt, Anlass, Aussteller, Datum, Unterschrift. Identifiziert das Konzept eindeutig. Ohne diese Angaben kein anerkannter Nachweis.

Kapitel 2 Auftrag

Wer beauftragt, welcher Anlass liegt vor, welcher Ausschnitt des Gebäudes wird betrachtet. Bezug zu Förderprogrammen wird hier hergestellt.

Kapitel 3 Gebäudebeschreibung

Geometrie, Wohnflächen, Personenzahl, Pläne als Anhang. Bei Bestand auch Baujahr und Sanierungsstand.

Kapitel 4 Notwendigkeitsprüfung

Prüfung, ob die Pflicht greift, mit Bezug zur Drittel Regel oder zum Neubau. Auch der Nachweis, dass die Pflicht nicht greift, wird dokumentiert.

Kapitel 5 Berechnung

Volumenströme aller vier Stufen je Wohnung oder Raum. Rechenweg klar belegbar dokumentiert.

Kapitel 6 Verfahren

Auswahl freie oder ventilatorgestützte Lüftung, mit Begründung. Alternativen werden aufgezeigt, sofern relevant.

Kapitel 7 Auslegung

Komponenten, ALD, Schachtlüftung, Anlage, Datenblätter. Hier liegt der größte Detailgrad.

Kapitel 8 Bilanz

Zuluft Abluft je Wohnung, Disbalance Ausgleich. Tabellarische Darstellung mit klarer Zuordnung.

Kapitel 9 Wartung

Wartungsplan mit Intervallen für Filter, ALD und Anlage. Sichert dauerhafte Funktion.

Kapitel 10 Anhang

Datenblätter, Pläne, Berechnungsausdrucke. Bestätigt die Plausibilität.

Beispiel Deckblatt

Das Deckblatt ist der erste Eindruck. Es enthält alle identifizierenden Daten und die Unterschrift des Ausstellers.

Pflichtangaben

Objekt mit Adresse, Anlass, Aussteller mit Funktion, Datum, Unterschrift, Verfahrensauswahl. Logo und Kontaktdaten optional.

Beispiel im Überblick

Ein Reihenhaus 1985 in Bonn, 134 m² Wohnfläche, Anlass Fenstertausch, Aussteller Initialen mit Funktion Energieberater, Datum, Verfahren freie Lüftung mit ALD. Unterschrift digital signiert mit qualifizierter elektronischer Signatur.

Bauteilkatalog mit Datenblättern

Der Bauteilkatalog listet alle Komponenten mit Datenblättern. Er ist die Grundlage für die Ausführung.

BauteilTypVolumenstromEinbauort
ALD SchlafzimmerWandeinbau hygrosensorisch30 m³/h bei 8 PaAußenwand neben Fenster
ALD WohnzimmerFensterfalz Lüfter20 m³/h bei 8 PaFensterflügel
Schachtlüftung BadEndgerät mit Bedarfsregelung60 bis 95 m³/hBadwand zum Schacht
TelefonieschalldämpferKulissepassgenauWohnungstrennwand

Praxis Beispiel im Volltext

Auszug aus einem fiktiven, normgerechten Lüftungskonzept.

Auszug Kapitel 4 Notwendigkeitsprüfung

Im Bestand werden alle 14 Fenster ersetzt. Schwellwert ein Drittel ist überschritten. Pflicht zur Erstellung eines Lüftungskonzepts nach DIN 1946-6 ist gegeben. Bezug auf Punkt 4.2 der Norm.

Auszug Kapitel 5 Berechnung

Vereinfachtes Verfahren. Feuchteschutz 40 m³/h, reduzierte Lüftung 65 m³/h, Nennlüftung 95 m³/h, Intensivlüftung 130 m³/h. Bilanz je Geschoss in Anlage 1.

Auszug Kapitel 6 Verfahren

Empfehlung freie Lüftung mit Außenluftdurchlässen, ergänzt durch Schachtlüftung im Bad. Begründung Investitionsrahmen, Sanierungstiefe und Querlüftungseignung. Alternative Zu Abluft mit WRG geprüft, wirtschaftlich nicht darstellbar.

Auszug Kapitel 9 Wartung

Filterwechsel ALD halbjährlich. Schachtlüftung Reinigung jährlich durch Fachbetrieb oder Schornsteinfeger. Sichtprüfung der Komponenten zwölfmonatlich. Nachweis im Wartungsbuch.

Vier häufige Fehler im Beispiel

Was in der Praxis schiefgeht.

  1. 01

    Generisches Deckblatt

    Ohne Bezug zum Objekt. Sachverständige verlangen identifizierende Angaben.

  2. 02

    Notwendigkeitsprüfung fehlt

    Ohne diese Prüfung kein prüffähiges Dokument.

  3. 03

    Datenblätter fehlen im Anhang

    Reine Berechnung ohne Datenblätter erlaubt keine Plausibilisierung.

  4. 04

    Unterschrift fehlt

    Ohne Unterschrift kein anerkannter Nachweis. Digital signierte PDFs sind heute Standard.

Checkliste prüffähiges Konzept

Bevor Sie ein Konzept einreichen, prüfen Sie die folgenden Punkte. Sie decken die häufigsten Rückfragen von BAFA und Sachverständigen ab.

Deckblatt vollständig

Objektadresse, Anlass, Aussteller mit Funktion, Datum und Unterschrift sind vorhanden. Logo und Kontaktdaten optional, aber empfohlen.

Notwendigkeitsprüfung dokumentiert

Auch wenn die Pflicht greift, ist die Begründung schriftlich. Bezug zur Drittel Regel oder zum Neubau steht in eigener Form.

Berechnung klar belegbar

Volumenströme aller vier Stufen mit Rechenweg. Eingangsgrößen Personenzahl, Wohnfläche, Querlüftungseignung sind dokumentiert.

Datenblätter im Anhang

Für jede Komponente ist ein Datenblatt beigelegt. ALD, Anlage, Sensoren, Kanalmaterial. Ohne Datenblätter keine Plausibilisierung.

Bilanzierung tabellarisch

Zu und Abluft je Wohnung, Toleranz unter zehn Prozent. Bei Disbalance Hinweis auf Ausgleichsmaßnahme.

Wartungsplan im Konzept

Filterintervalle, jährliche Anlagenwartung, dreijährige Hygieneprüfung. Konkretes Datum oder Periode statt 'regelmäßig'.

Unterschrift digital signiert

Eine qualifizierte elektronische Signatur ist heute Standard. PDF mit eingebettetem Zertifikat. BAFA und Sachverständige akzeptieren digitale Signatur ohne Papierausdruck.

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FAQ Lüftungskonzept Beispiel und Muster

Welche Kapitel sind Pflicht?

Deckblatt, Auftrag, Gebäudebeschreibung, Notwendigkeitsprüfung, Berechnung, Verfahren, Auslegung, Bilanz, Wartung, Anhang.

Reicht ein einfaches PDF?

Ja, sofern die zehn Kapitel enthalten sind und die Unterschrift vorliegt. Digitale Signatur ist Standard.

Wie lang ist ein typisches Konzept?

Im Einfamilienhaus 12 bis 18 Seiten, im Mehrfamilienhaus 25 bis 50 Seiten.

Gibt es Mustervorlagen kostenlos?

Ja, einige Hersteller stellen Vorlagen bereit. Sie ersetzen jedoch keine fachplanerische Auslegung.

Was passiert ohne Beispiel Konzept?

BAFA und Sachverständige verlangen das Konzept als Pflichtbestandteil. Ohne PDF gibt es keine Förderung.

Über den Autor

Burak Uzun

Betreiber, redaktionelle Verantwortung · Köln

Verantwortlich für Recherche und Aufbereitung der Inhalte zum Lüftungskonzept nach DIN 1946-6, Feuchteschutz, Reduziert- und Nennlüftung sowie nach DIN EN 16798-3 für Nichtwohngebäude.

Anbieter und Impressum Kontakt Stand: 9. Juni 2026
Methodik

Über diese Inhalte, Quellen und Aktualisierung

Quellenbasis
  • DIN 1946-6 Wohnungslüftung
  • DIN EN 16798-3 Nichtwohngebäude-Lüftung
Aktualisierung

Inhalte werden überprüft, wenn sich Vorschriften, Normen oder Förderlogik ändern. Stand dieser Seite: 9. Juni 2026.

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