Drei Kategorien von Tools
Tools teilen sich in drei Kategorien: kostenlose Schnellrechner, Software des Komponentenherstellers und professionelle Planungssoftware. Die Norm DIN 1946-6 bildet die Grundlage. Für Nichtwohngebäude gelten andere Regeln. Beispiele und Mustervorlagen finden sich unter Beispiel und Muster. Glossar Volumenstrom und DIN 1946-6.
Schnellrechner kostenlos
Webformulare, die in fünf Eingaben eine grobe Empfehlung liefern. Geeignet für eine erste Einschätzung, nicht für den prüffähigen Nachweis.
Herstellersoftware
Tools von Geräteherstellern. Rechnen die Anlage des Herstellers korrekt aus. Bindung an Produktportfolio.
Profi Planungssoftware
Vollwertige Auslegung mit Variantenrechnung und Berichtsausgabe. Kostenpflichtig, oft als Jahreslizenz.
Funktionsvergleich
Die Tabelle ordnet typische Funktionen den Kategorien zu.
| Funktion | Schnellrechner | Herstellersoftware | Profi Planungssoftware |
|---|---|---|---|
| Auslegung Volumenströme | vereinfacht | ja | vollständig genau |
| Verfahrenswahl | Empfehlung | ja, herstellerbezogen | vollständig |
| Komponentenauslegung | nein | ja, herstellerbezogen | vollständig herstellerneutral |
| Bilanzierung | nein | ja | vollständig je Wohnung |
| Berichtsausgabe | PDF einfach | PDF Hersteller Layout | PDF prüffähig |
Empfehlung je Anwendungsfall
Welches Tool passt für welchen Zweck.
Eigentümer
Schnellrechner reicht für eine erste Einschätzung. Für den prüffähigen Nachweis beauftragen Sie einen Fachplaner oder ein Online Konzept ab 149 Euro.
Energieberater
Profi Planungssoftware. Investition lohnt sich ab fünf Konzepten pro Jahr. Beispiele: Hottgenroth, Solar Computer, mh-software.
Anlagenbauer
Herstellersoftware ergänzt durch Profi Planungssoftware. So bleibt die Auslegung herstellerneutral, gleichzeitig nutzen Sie die Detailtools des Herstellers.
Praxisbeispiel Workflow
Wie der Workflow von der Datenaufnahme bis zum prüffähigen Konzept aussieht.
Schritt 1
Datenaufnahme im Schnellrechner. Eingaben Gebäudetyp, Anlass, Wohnfläche, Bundesland.
Schritt 2
Übergabe der Daten in die Profi Planungssoftware. Detaillierte Auslegung je Wohnung, Bilanzierung, Wartungsplan.
Schritt 3
Berichtsausgabe als prüffähiges PDF. Versand an Eigentümer, BAFA und Energieeffizienzexperten.
Schritt 4
Im Bestand prüft der Energieeffizienzexperte das Konzept gegen die geplante Baumaßnahme. BzA Bestätigung folgt darauf, danach BAFA Antrag.
Vier häufige Fehler bei Tools
Aus der Beratungspraxis.
- 01
Schnellrechner als Nachweis genutzt
Schnellrechner liefern keine prüffähige Dokumentation. BAFA und Sachverständige akzeptieren sie nicht.
- 02
Herstellersoftware als Master Tool
Fördergeber kritisieren Herstellerbindung. Profi Software bleibt herstellerneutral.
- 03
Kein Datenaustausch
Daten werden händisch zwischen Tools übertragen. Fehlerquelle. CSV oder gbXML als Schnittstelle.
- 04
Variantenrechnung fehlt
Ein einziges Konzept ohne Variante zeigt keinen Vergleich. Profis liefern zwei oder drei Varianten zur Auswahl.
Schnittstellen und Datenformate
Profi Software arbeitet selten allein. Architektensoftware, Energieberatungssoftware und Lüftungstools tauschen Daten über offene Formate aus. Wer die Schnittstellen kennt, vermeidet doppelte Eingaben.
gbXML
Green Building XML als offenes Format für Geometrie und thermische Bilanz. Energieberatungssoftware exportiert die Wohnungsdaten, Lüftungssoftware liest sie ein. Spart bis zu drei Stunden Eingabezeit.
IFC und BIM
Building Information Modeling als zentrale Datenquelle. Lüftungssoftware liest die IFC Datei und übernimmt Räume, Flächen und Personenzahlen. Standard im Neubauprojekt.
CSV Tabellen
Einfaches Format für die Übergabe von Räumen und Volumenströmen. Geeignet bei kleinen Projekten ohne BIM. Excel als Brücke zwischen den Tools.
Open Source und Webtools
Neben den klassischen Profi Programmen gibt es Webtools, die einfache Berechnungen kostenlos liefern. Sie ersetzen kein prüffähiges Konzept, helfen aber bei der Vorabprüfung.
BAFA Schnellprüfer
Webtool des BAFA für die Notwendigkeitsprüfung. Eingabe Gebäudetyp und Anlass, Ausgabe Pflicht ja oder nein. Kein prüffähiger Nachweis.
Hersteller Webrechner
Lunos, Limodor und Helios bieten Webrechner an. Geeignet zur Auslegung von Komponenten der jeweiligen Marke.
Excel Vorlagen
Hersteller stellen Excel Vorlagen für die Berechnung der Volumenströme zur Verfügung. Brauchbar als Lernhilfe, nicht als Nachweis.
Lizenzmodelle der Profi Software
Profi Planungssoftware kostet zwischen 600 und 2.500 Euro pro Jahr. Die Modelle unterscheiden sich in Modulen, Lizenzdauer und Cloud Anbindung.
Jahreslizenz
Üblich bei Hottgenroth und mh-software. Die Lizenz läuft zwölf Monate, danach Verlängerung. Updates sind im Preis enthalten. Vorteil planbare Kosten.
Modulpakete
Solar Computer und ZUB Helena bieten Modulpakete an. Lüftung, Heizlast und Energieausweis lassen sich einzeln lizenzieren. Vorteil bei selektivem Bedarf.
Cloud Lösungen
Neuere Anbieter setzen auf reine Cloud Tools. Vorteil ist der Zugriff von jedem Rechner. Nachteil ist die laufende Datenhaltung beim Anbieter, Datenschutz prüfen.
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Zum Beispiel und Muster
Sie kennen die wichtigsten Tools. Im nächsten Schritt sehen Sie eine Mustergliederung des Lüftungskonzepts mit Beispiel Deckblatt.
Zum Beispiel und MusterFAQ Lüftungskonzept Software und Tool
Reicht ein kostenloses Tool für die BAFA Förderung?
Nein. BAFA fordert ein prüffähiges Lüftungskonzept. Kostenlose Schnellrechner liefern nur eine erste Einschätzung.
Welche Profi Software ist Standard?
Hottgenroth, Solar Computer, mh-software und ZUB Helena sind in der Branche verbreitet.
Brauche ich ein eigenes Tool?
Nein. Ein Online Konzept ab 149 Euro deckt alles ab und liefert das prüffähige PDF.
Was kostet eine Profi Lizenz?
Zwischen 600 und 2.500 Euro pro Jahr je Modul und Lizenzumfang.
Gibt es kostenlose Excel Vorlagen?
Ja, einige Hersteller stellen Excel Vorlagen zur Verfügung. Sie ersetzen jedoch keine Profi Planungssoftware.