Ratgeber

Ratgeber Lüftungskonzept

19 Themenseiten zur Vertiefung. Von der Norm DIN 1946-6 über Pflichtfälle, GEG, BAFA Förderung, iSFP, Anlagentechnik, Schimmelvermeidung, Wartung und Hygieneprüfung VDI 6038. Jeder Artikel zwischen 1.000 und 2.500 Wörtern, mit Tabellen, Vergleichen und nachvollziehbaren Praxisfällen.

Wer ein Lüftungskonzept braucht, hat selten Zeit für Theorie. Der Ratgeber ist deshalb so aufgebaut, dass Sie an jeder Stelle einsteigen und sich gezielt durch die Schnittstellen aus Recht, Förderung und Technik bewegen können.

Worum es geht

Das Lüftungskonzept als Schnittstelle aus Norm, Gesetz und Praxis

Das Lüftungskonzept ist kein Beiwerk, sondern die formale Brücke zwischen drei Welten. Auf der einen Seite steht die DIN 1946-6, die für Wohngebäude vier Lüftungsstufen definiert und vorgibt, wann eine nutzerunabhängige Lüftung notwendig wird. Auf der anderen Seite das Gebäudeenergiegesetz, das luftdichte Gebäudehüllen verlangt und damit den Mindestluftwechsel zur Pflicht macht. Dazwischen liegt die Praxis aus Bauausführung, Förderantrag und späterer Nutzung.

Wer im Altbau Fenster tauscht oder ein Effizienzhaus plant, kommt um das Konzept nicht herum. Es entscheidet über die BAFA Auszahlung, über mögliche Schimmelschäden und über das Verhältnis zu Mietern, Versicherern und Sachverständigen. Genau diese Kreuzungspunkte greifen die folgenden 19 Artikel auf, jeweils mit einem klaren Fokus und konkreten Berechnungsbeispielen. Für Eigentümer im Raum Köln liefert eine Bewertung durch lokalen Immobilienprofi die ergänzende Markteinschätzung, wenn nach Sanierung ein Verkauf ansteht.

Quellen: DIN 1946-6:2019 12, GEG in der Fassung 2024, BAFA Richtlinie BEG EM, BMWK Leitfaden iSFP, Umweltbundesamt zur Innenraumluft, VDI 6038. Begriffe und Werte werden in den Einzelartikeln referenziert.

Themenübersicht

19 Artikel in vier thematischen Strängen

Die Artikel sind nach Funktion gruppiert. Recht und Förderung erklärt die Spielregeln, Verfahren und Technik die Anlagenseite, Bauphasen und Gebäudetypen die typischen Fallkonstellationen, Praxis und Nachweise die Werkzeuge für die Umsetzung.

Lesepfade

Welche Artikel Sie zuerst lesen sollten

Je nachdem, in welcher Rolle Sie den Ratgeber nutzen, hat ein anderer Einstieg Sinn. Vier typische Wege durch die Themenseiten.

Rolle 01

Bauherr im Neubau

Sie planen ein Effizienzhaus oder bauen schlüsselfertig. Lesen Sie zuerst den Pflichtfall im Neubau, dann die Wärmerückgewinnung und das GEG. Für die Auslegung lohnt der Blick auf Einfamilienhaus.

Rolle 02

Sanierer im Bestand

Sie tauschen Fenster, dämmen das Dach oder bringen die Hülle auf einen besseren Standard. Starten Sie mit Fenstertausch, ergänzen Sie Altbau, prüfen Sie BAFA Förderung und gegebenenfalls den iSFP.

Rolle 03

Vermieter und Verwalter

Sie betreuen Wohnungsbestand und sind im Zweifel beim Schimmelthema in der Pflicht. Beginnen Sie mit der Pflichtfrage, dann Schimmel und Stoßlüften. Bei zentralen Anlagen lohnt der Wartungsvertrag und die Hygieneprüfung.

Rolle 04

Planer und Energieberater

Sie führen den Nachweis selbst und brauchen die Werkzeuge. Steigen Sie ein bei DIN 1946-6, prüfen Sie die Software und nehmen Sie die Mustergliederung als Vorlage. Für Schule oder Praxis: Nichtwohngebäude.

Glossar

Begriffe, die im Lüftungskonzept immer wieder auftauchen

Wer das erste Mal mit der Materie zu tun hat, verliert sich schnell zwischen Abkürzungen und Normbezeichnungen. Die wichtigsten Begriffe in Kurzform.

ALD
Außenluftdurchlass, eine Öffnung in Fenster oder Wand, die einen kontrollierten Mindestluftstrom auch bei geschlossenem Fenster sicherstellt. Voraussetzung für freie Lüftung als anrechenbares Verfahren.
DIN 1946-6
Norm für die Lüftung in Wohnungen. Definiert vier Lüftungsstufen vom Feuchteschutz bis zur Intensivlüftung und gibt das Verfahren zur Notwendigkeitsprüfung vor.
GEG
Gebäudeenergiegesetz. Verlangt eine luftdichte Hülle und einen Mindestluftwechsel zur Vermeidung von Bauschäden.
n50
Luftwechselrate bei 50 Pascal Druckdifferenz. Wird per Blower Door Messung ermittelt und entscheidet, ob freie Lüftung normativ noch ausreicht.
Lüftungsstufen
Feuchteschutz, reduzierte Lüftung, Nennlüftung, Intensivlüftung. Die Anlage muss die Stufe Feuchteschutz nutzerunabhängig erreichen.
SFP
Specific Fan Power, der spezifische Stromverbrauch eines Ventilators je transportiertem Luftvolumen. Förderrelevant in der BAFA Richtlinie.
WRG
Wärmerückgewinnung, Rückführung der Abluftwärme über einen Plattenwärmeübertrager oder ein Rotationsrad an die Zuluft. Wirkungsgrade nach ErP zwischen 73 und 92 Prozent.
VDI 6038
Richtlinie für die Hygiene von Lüftungs und Klimaanlagen. Empfiehlt das wiederkehrende Audit alle drei Jahre und beschreibt Probennahme und Befundbewertung.
iSFP
Individueller Sanierungsfahrplan eines Energieeffizienz Experten. Schaltet 5 Prozent zusätzlichen BEG Bonus frei und ist 15 Jahre verwendbar.

FAQ

Häufige Fragen vor dem Konzept

Was ist ein Lüftungskonzept und wer braucht eines? +

Ein Lüftungskonzept ist die normgerechte Prüfung nach DIN 1946-6, ob in einem Wohngebäude eine Lüftung zum Feuchteschutz nötig ist. Pflicht ist es bei Neubau und immer dann, wenn im Bestand mehr als ein Drittel der Fenster getauscht oder mehr als ein Drittel der Dachfläche neu abgedichtet wird. Im Pflicht Artikel sind alle sechs Auslöser ausführlich aufgelistet.

Was kostet ein Lüftungskonzept? +

Online erstellte Konzepte für ein Einfamilienhaus liegen je nach Anbieter zwischen 149 und 350 Euro. Eine durch ein Ingenieurbüro vor Ort erstellte Auslegung kostet 600 bis 1.500 Euro, je nach Gebäudegröße und Komplexität. Die Kostenübersicht der Startseite vergleicht die Varianten direkt.

Greift die BAFA Förderung auch ohne Lüftungskonzept? +

Nein. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude verlangt bei Fenstertausch und bei Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung ausdrücklich den Nachweis eines Lüftungskonzepts nach DIN 1946-6, geprüft durch einen Energieeffizienz Experten aus der dena Liste.

Reicht freie Fensterlüftung für ein normgerechtes Konzept? +

Nur in Kombination mit Außenluftdurchlässen und nur bis zur Lüftungsstufe Nennlüftung. Sobald nutzerunabhängige Lüftung gefordert ist, etwa bei luftdichten Gebäudehüllen mit niedrigem n50 Wert, sind ventilatorgestützte Anlagen normativ vorzusehen. Details im Artikel Fensterlüftung.

Wie hängt das GEG mit dem Lüftungskonzept zusammen? +

Das Gebäudeenergiegesetz schreibt eine luftdichte Gebäudehülle und einen Mindestluftwechsel vor. Den rechnerischen Nachweis dieses Luftwechsels führt das Lüftungskonzept nach DIN 1946-6, das damit ein faktisches Pflichtdokument im energetischen Bauantrag ist.

Muss ein Mieter das Konzept kennen? +

Bei zentralen Anlagen mit Auslegung gehört eine Bedienungsanleitung in die Hausverwaltung, eine Kurzfassung in die Wohnung. Die Rechtsprechung erwartet zumutbares Lüftungsverhalten. Wann und wie geliefert werden muss, beschreiben wir in Schimmel und Stoßlüften.

Über den Autor

Burak Uzun

Betreiber, redaktionelle Verantwortung · Köln

Verantwortlich für Recherche und Aufbereitung der Inhalte zum Lüftungskonzept nach DIN 1946-6, Feuchteschutz, Reduziert- und Nennlüftung sowie nach DIN EN 16798-3 für Nichtwohngebäude.

Anbieter und Impressum Kontakt Stand: 9. Juni 2026
Methodik

Über diese Inhalte, Quellen und Aktualisierung

Quellenbasis
  • DIN 1946-6 Wohnungslüftung
  • DIN EN 16798-3 Nichtwohngebäude-Lüftung
  • GEG § 13 Mindestanforderungen
  • BEG EM Förderlogik für Lüftungsanlagen
Aktualisierung

Inhalte werden überprüft, wenn sich Vorschriften, Normen oder Förderlogik ändern. Stand dieser Seite: 9. Juni 2026. Frühere Stände sind über das Impressum nachfragbar.

KI und redaktionelle Prüfung

Recherche und Textentwurf werden durch KI-Werkzeuge unterstützt, jede Seite wird vor Veröffentlichung von Burak gegen die genannten Quellen geprüft. Zahlen, Paragrafen und Normen werden bei jeder Aktualisierung gegen die Originalquelle abgeglichen.

Diese Seite ist redaktioneller Ratgeberinhalt, keine Rechts- oder Steuerberatung. Für verbindliche Auskünfte gelten Lüftungstechnische Normen und GEG sowie Aussagen Ihrer Sachverständigen.

Schnellcheck starten