Abgrenzung zu DIN 1946-6
Die DIN 1946-6 gilt für Wohngebäude. Schulen, Büros und Praxen unterliegen DIN EN 16798-3, ergänzt durch VDI 6038. Maßgeblich ist nicht die Fläche, sondern Personenzahl und Schadstofflast. Berechnungstools liefert die Profi Software, dazu hilft die Förderung bei der Finanzierung. Glossar DIN EN 16798-3 und Volumenstrom.
Welche Norm gilt wann
Wohngebäude bis sechs Wohneinheiten DIN 1946-6. Mehrgeschossige Wohngebäude oder gemischt genutzte Bauten beide Normen anteilig. Schule, Büro, Praxis ausschließlich DIN EN 16798-3. Glossar DIN EN 16798-3.
Was die Norm fordert
Personenbasierte Auslegung mit 30 m³/h pro Person als typischen Auslegungswert für Schulen. Im Büro 36 m³/h, im Hörsaal bis 50 m³/h. Bei Sonderlasten wie Druckern oder chemischen Stoffen erhöht sich der Wert.
Bezug zu VDI 6038
VDI 6038 ergänzt im Bereich Hygiene und Wartung. Sie ist keine Pflicht, gilt aber als anerkannte Regel der Technik. Im Konzept wird Bezug genommen, sofern Anlagentechnik geplant ist.
CO2 Konzentration als Leitgröße
In Schulen und Büros wird die Lüftung über CO2 gesteuert. Die Pettenkofer Zahl 1.000 ppm gilt als oberer Komfortwert.
| CO2 Wert | Bewertung | Empfehlung |
|---|---|---|
| unter 800 ppm | sehr gut | Nennlüftung ausreichend |
| 800 bis 1.000 ppm | gut | Nennlüftung ausreichend |
| 1.000 bis 1.400 ppm | mäßig | Volumenstrom erhöhen |
| 1.400 bis 2.000 ppm | schlecht | Stoßlüftung sofort, Anlage prüfen |
| über 2.000 ppm | kritisch | Aufenthalt nicht zumutbar |
Bedarfssteuerung über CO2
Anlagen mit CO2 Sensoren regeln den Volumenstrom bedarfsgerecht. Ohne Belegung sinkt der Volumenstrom auf reduzierte Lüftung. Bei voller Klasse hochgefahrene Nennlüftung. Stromaufwand sinkt deutlich gegenüber Dauerbetrieb.
Anlagenkonzepte für Nichtwohngebäude
Drei Konzepte dominieren. Die Wahl orientiert sich an Gebäudegröße, Nutzung und Investitionsbudget.
Zentralanlage je Geschoss
Ein Gerät versorgt alle Räume eines Geschosses. Standard in Schulen und Büros. Höchster Komfort, mittlere Investition pro Raum.
Raumlüftungsgeräte
Ein Gerät je Klassenraum oder Büro. Geeignet für Sanierungen ohne zentrale Schächte. Wärmerückgewinnung individuell je Raum.
Hybride Konzepte
Kombination aus Zentralanlage und Raumlüftungsgeräten. Spart Investition bei großem Programm. Beliebt bei Sanierungen mit Bauabschnitten.
Praxisfall Grundschule
Grundschule in Sachsen, Baujahr 1968, 18 Klassenräume, energetische Sanierung im Rahmen BEG Nichtwohngebäude.
Anforderung
CO2 Grenzwert 1.000 ppm, personenbasierte Auslegung mit 30 m³/h pro Schüler. 25 Schüler pro Klasse, daraus 750 m³/h pro Raum. Schalldruck unter 35 dB(A) im Klassenraum.
Konzept
Zentralanlage je Geschoss, Wärmerückgewinnung 85 Prozent. Volumenstrombilanzierung über CO2 Sensoren in jedem Klassenraum. Schalldämpfer in den Hauptkanälen und Telefonieschalldämpfer zwischen den Klassen.
Investition
Konzept 1.890 Euro, Anlage rund 320.000 Euro, Förderung über BEG Nichtwohngebäude. Energieeffizienzexperte begleitet das Programm. Auszahlung über das BAFA mit 30 Prozent Zuschuss.
Vier häufige Fehler im NWG
Beobachtet aus laufenden Sanierungen.
- 01
Falsche Norm angewendet
DIN 1946-6 bei Schule. Personenbezug fehlt. Nachweis nicht akzeptiert.
- 02
CO2 Steuerung übersehen
Anlage läuft auf Volllast unabhängig von Belegung. Stromaufwand zu hoch.
- 03
Schalldämpfer vergessen
Klassenraum mit Lüftungsanlage hat 45 dB(A). Konzentration leidet, Lehrer beschweren sich.
- 04
Reinigung nicht geplant
Filter im Kanal werden nicht gewechselt. Hygiene Audit fällt durch.
Kosten im Nichtwohngebäude
Die Spanne reicht von 700 Euro für eine kleine Praxis bis weit über 5.000 Euro für eine komplexe Schule. Anlagen liegen zwischen 200.000 und 800.000 Euro je nach Größe.
Praxis
700 bis 1.500 Euro Konzept. Anlage 8.000 bis 25.000 Euro je nach Personenzahl und Sonderräumen.
Büro mittelgroß
1.200 bis 2.500 Euro Konzept. Anlage 30.000 bis 80.000 Euro für 30 bis 60 Arbeitsplätze.
Schule mit 18 Klassen
1.500 bis 4.000 Euro Konzept. Anlage 250.000 bis 400.000 Euro inkl. Wärmerückgewinnung.
Hygiene und Wartung im Nichtwohngebäude
VDI 6038 gibt den Rahmen für die Hygiene in Nichtwohngebäuden vor. Schule, Büro und Praxis brauchen einen klaren Wartungsplan, weil Personenzahl und Schadstoffe höher sind als im Wohnbau.
Filtermanagement
Filter ePM10 50 für Außenluft, ePM1 70 in Räumen mit hoher Konzentration an feinen Partikeln. Wechsel halbjährlich oder bei Druckverlust über dem Grenzwert. Filterüberwachung über Differenzdrucksensor sinnvoll.
Reinigung Kanalsystem
Inspektion alle drei Jahre, Reinigung bei Bedarf. Kanaltüren ermöglichen den Zugang. Im Konzept Pflichtangabe.
Inbetriebnahme und Einregulierung
Nach Fertigstellung erfolgt eine Einregulierung der Volumenströme. Messprotokoll wird Bestandteil des Wartungsbuchs. Ohne Einregulierung sind Bilanzfehler die Regel.
Hygiene Audit alle drei Jahre
VDI 6038 verlangt eine wiederkehrende Hygieneprüfung im Drei Jahres Rhythmus. In Kindergärten und Schulen häufiger, alle zwei Jahre. Bei Auffälligkeiten Probennahme und Reinigung.
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Zur Software
Sie kennen die Anforderungen für Nichtwohngebäude. Im nächsten Schritt sehen Sie, welche Software die Berechnung professionell unterstützt.
Zur SoftwareFAQ Lüftungskonzept Nichtwohngebäude
Welche Norm gilt für Nichtwohngebäude?
DIN EN 16798-3, ergänzt durch VDI 6038. DIN 1946-6 gilt nur für Wohngebäude.
Wie wird der Volumenstrom berechnet?
Personenbasiert. 30 m³/h pro Schüler in der Schule, 36 m³/h pro Mitarbeiter im Büro, bis 50 m³/h im Hörsaal.
Was kostet ein Konzept für eine Schule?
Je nach Klassenanzahl 1.500 bis 4.000 Euro. Komplette Anlagen ab 200.000 Euro im Bestand.
Welche CO2 Konzentration ist akzeptabel?
Unter 1.000 ppm gilt als gut. Ab 1.400 ppm wird Lüftung dringend empfohlen.
Welche Förderung gibt es?
BEG Nichtwohngebäude über das BAFA, KfW Programm 264 für Effizienzhaus Standards.